Aktuelle Förderungen 2013 bei Solaranlagen

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Ist die Rede von Solarthermie und Solaranlagen, so werden hier zwei Erzeugungsarten unterschieden. Solaranlagen nutzen das Sonnenlicht für die Warmwasserbereitung und den Betrieb der Heizung. Dagegen wird die Technik der Solarthermie in Photovoltaikanlagen genutzt. Hierbei wird Strom erzeugt, der zunächst den Eigenbedarf eines Hauses deckt. Überschüssiger Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Wie die Fördermöglichkeiten dafür aussehen und welche staatlichen Garantien es gibt, erfahren Sie hier.

 

Förderungen der KfW für Photovoltaik

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert durch ihr Programm „Erneuerbare Energien Standard – Photovoltaik“ zwei Maßnahmen bei Bestandsimmobilien. Dies sind:
– preiswerte Kredite für den Bau von Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung und
– günstige Kredite für den Bau von Stromspeichermodulen.

 

Den Bau oder Erstkauf eines neuen KfW-Effizienzhauses oder eines ähnlichen Passivhauses fördert die Bank mit einem effektiven Jahreszins ab 1,41 Prozent, mit 50.000 Euro pro Wohneinheit und mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 5.000 Euro. Sowohl für Bestandsimmobilien als auch für Neubauten und Erstkäufe gibt es die Möglichkeit, verschiedene Förderprogramme der KfW miteinander zu kombinieren.

 

Staatliche Förderungen und Garantien

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Anschaffung und Betrieb von Solaranlagen zur Stromerzeugung indirekt über die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Eine direkte Förderung der Stromerzeugung gibt es nicht. Weiter gibt es über die Steuererklärung verschiedene Möglichkeiten, Kosten geltend zu machen.

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG gewährt Besitzern von Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung eine Einspeisevergütung, wenn Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Strom für den Eigenbedarf wird jedoch nicht vergütet. Netzbetreiber sind verpflichtet, den in Photovoltaikanlagen erzeugten Strom „unverzüglich vorrangig abzunehmen, zu übertragen und zu verteilen“. Die Einspeisevergütung wird für zwanzig Kalenderjahre nach Inbetriebnahme der Anlage garantiert. Die Höhe richtet sich unter anderem nach dem Jahr der Inbetriebnahme und dem Standort der Anlage (Dach, Freigelände).

 

Auf den Webseiten der Bundesnetzagentur werden vierteljährlich die aktuellen Sätze der Einspeisevergütungen veröffentlicht. Im August 2013 beträgt die Vergütung 14,80 Eurocent pro Kilowatt-Peak (kWp) bei Dachanlagen mit Leistungen bis 10 kWp. Dachanlagen mit einer Leistung zwischen einem und zehn kWp versorgen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser mit Strom. Für größere Anlagen bis zu einem Megawatt-Peak gelten gesonderte Sätze. Jeweils zum September und Oktober 2013 sinkt die Einspeisevergütung um 1,8 Prozent. Noch im April 2012 betrug die Einspeisevergütung für eine Dachanlage bis zehn kWp Leistung 19,50 Eurocent pro Kilowattstunde. Der Grund für die deutliche Reduzierung: Die Sätze richten sich danach, wie viele Anlagen in den vorangegangenen Monaten in Betrieb genommen wurden und wie viel Strom aus diesen Anlagen in das Stromnetz eingespeist wurde.

 

Dieser sogenannte Zubaukorridor ist im EEG festgelegt. Je nachdem, ob die Zahlen unter- oder überschritten werden, sinkt oder steigt die Einspeisevergütung. Bei Unterschreitung des Zubaukorridors steigt die Vergütung oder bleibt gleich, bei Überschreitung sinkt sie. Da seit November 2012 viele Photovoltaikanlagen neu gebaut und in Betrieb genommen wurden, sanken die Einspeisevergütungen stetig. Im Jahr 2013 wurden weniger neue Anlagen registriert als in 2012. Deren Leistung und Stromeinspeisung ins öffentliche Netz überschritt jedoch den Zubaukorridor, sodass auch in 2013 die Sätze für die Einspeisevergütung sanken.

 

Weitere Fördermöglichkeiten

Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung nach Förderprogrammen, denn es gibt regionale Unterschiede.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Grundversorger nach Förderungen. Achten Sie hier auf die Bedingungen: Einige Energieversorger erwarten Gegenleistungen wie Neukundenwerbung oder eine langjährige Vertragsbindung.

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage betreiben und Strom ins öffentliche Netz einspeisen, sind Sie automatisch Unternehmer. In diesem Fall können Sie Kosten für Dachumbauten, Anschaffung, Reparaturen, Wartungen und Versicherungen der Anlage als Betriebsausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Ihre Einnahmen aus der Einspeisevergütung müssen Sie selbstverständlich auch angeben.

 

Leasing einer Photovoltaikanlage

Hersteller und Monteurbetriebe bieten meist keine Finanzierungen von Photovoltaikanlagen an. Bei Interesse wenden Sie sich an eine Leasing-Gesellschaft: Beim Leasing einer Photovoltaikanlage stellt Ihnen eine Leasing-Gesellschaft die Anlage zur Verfügung. Dafür bezahlen Sie eine monatliche Gebühr sowie die Wartungskosten und Versicherungen. Die technischen Bestandteile inkl. Montage bezahlt die Leasing-Gesellschaft, die Eigentümer der Anlage bleibt. Die Einspeisevergütung beziehen Sie. Rechnen Sie genau durch, ob sich dieses Modell gegenüber der Eigenfinanzierung lohnt.


Bis jetzt 2 Kommentare.


  1. Detlef sagt:

    Danke für diesen recht ausführlichen Artikel. Das EEG ist wirklich eine gute Sache und 20 Jahre ein weit planbarer Zeitraum. Aber ich bin mir trotzdem uneinig ob ich jetzt heute so viel Geld in die Hand nehmen möchte. Für ein relativ normales Einfamilienhaus (170m2, 4 Personen) werden etwa 12.000 Euro benötigt wenn ich einen Großteil des Dachs mit Solarthermie der neusten Generation ausstatte. Kann jemand von erfolgreichen Investitionen berichten?

  2. larischen sagt:

    Ich war vor 4 Tagen bei einem Bauberater und habe mich mal über die Modelle der KfW Effizienzhäuser informiert. Es gibt wirklich sehr gute Fördermöglichkeiten, natürlich muss man einen Teil des Geldes trotzdem selbst zur Verfügung stellen, aber schon nach zehn – fünfzehn Jahren rechnen sich die meisten Investitionen spätestens.

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