Altersvorsorge - keine Lösung gibt es nicht

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Eine zusätzliche, der gesetzlichen Rentenversicherung begleitende Altersvorsorge wurde unabdingbar. Selbst die Rentenversicherungsträger weisen in dem jährlichen Bescheid darauf hin. Aussagen wie „es gibt nicht das Richtige“ oder „das kann ich mir nicht leisten“ sind vor dem Hintergrund einer Vielzahl an Angeboten nicht mehr zutreffend. Zahlreiche staatlich geförderte Möglichkeiten, für jedes Portemonnaie und jede Anlegermentalität stehen heute als Alternative zur privaten Altersvorsorge zur Verfügung.

 

Risiko der Altersarmut steigt

Für rund zwei Millionen Rentner droht im Jahr 2022 die Altersarmut. Die durchschnittliche Rente wird bis dahin auf das Niveau der Grundsicherung abgesunken sein. Mit welchen staatlich geförderten Lösungen Sie neben der privaten Rentenversicherung gegensteuern können, erfahren Sie hier:
– Riester-Rente
– Betriebliche Altersversorgung (bAV)
– Rürup- oder auch Basis-Rente
– Sachwerte

Riester-Rente

Nach wie vor gilt, dass die Riester-Rente ihre Attraktivität aus der hohen Förderung bezieht. Zahlen Sie vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres ein, maximal 2.100 Euro abzüglich der Förderung, stehen Ihnen 154 Euro Zulage für sich, 154 Euro für den nichtberufstätigen Ehepartner und 300 Euro pro Kind, welches nach dem 31.12.2007 geboren wurde, zu. Für Kinder, die vor diesem Datum geboren wurden, zahlt der Staat 185 Euro Zulage. Für Bezieher höherer Einkommen gilt die Günstigerprüfung. Übersteigt der Steuervorteil aus Sonderausgabenabzug die Zulage, wird der Steuervorteil gewährt.

Betriebliche Altersversorgung

Der Charme der bAV basiert darin, dass die Beiträge zur arbeitnehmerfinanzierten Variante dem Bruttoeinkommen entnommen werden. Damit sinkt das steuer- und sozialversicherungspflichtige Einkommen. Die tatsächliche Minderung des Nettoeinkommens beträgt in den meisten Fällen weniger als 50 Prozent des abgeführten Beitrages. Die Rentenzahlung selbst müssen Sie zwar versteuern, in der Regel liegt der Spitzensteuersatz bei Rentenbezug jedoch unter dem eines Berufstätigen. Damit wird die Rente aus der bAV zu einer hochrentierlichen Altersvorsorge, trotz Besteuerung und Krankenversicherungspflicht.

Rürup-Rente

Die Rürup-Rente wurde in erster Linie als steuerlich begünstigte Altersvorsorge für Selbstständige entwickelt. Sie entspricht in ihrer Ausprägung der gesetzlichen Rentenversicherung. Steuerliche Förderung und spätere Besteuerung erfolgen analog. Die Rentabilität ist stark vom persönlichen Steuersatz abhängig.

Sachwerte

Zu den bevorzugten Anlagen für die Altersvorsorge zählen Sachwerte. Vor dem Hintergrund, dass Sie 20 Jahre oder mehr für Ihre Zusatzrente sparen, ist ein Inflationsschutz unabdingbar. Die drei oben vorgestellten Modelle der Rentenversicherung bieten diesen Schutz, sofern Sie sich für fondsgebundene Lösungen mit Aktienfonds entscheiden. Aktien sind Sachwerte, der Kaufkraftverlust hat auf die Wertentwicklung faktisch keine Auswirkungen.

Eine weitere Option ist eine vermietete Eigentumswohnung. Der Mietmarkt in Deutschland boomt. Die Zahl der Singlehaushalte steigt, Zwei-Zimmerwohnungen in gesuchten Lagen bieten die höchsten Mietrenditen. Lassen Sie sich bei der Auswahl nicht von Schnäppchen blenden. Ein etwas höherer Einstiegspreis in einer gesuchten Wohnlage wird durch überdurchschnittliche Mieterträge über die Jahre wieder ausgeglichen. Die Mieteinnahmen verrechnen Sie im Rahmen der Steuerklärung mit den Aufwendungen. Gerade in den ersten Jahren ist ein Steuervorteil vorprogrammiert.

 

Kein Grund zur Rentenlücke

Mit den unterschiedlichen Förderungen hat der Gesetzgeber Möglichkeiten zur zusätzlichen Altersvorsorge geschaffen, die für jeden Geldbeutel eine Lösung bieten.

Kategorien: Leben, Tipps und Infos

Bis jetzt 2 Kommentare.


  1. Dolfy sagt:

    Solange man es nicht übertreibt finde ich sollte man den Aufrufen nach Sachwerten folge leisten. Ein bisschen Metalle, wer kann Immobilien oder auch einfach nur einen Oldtimer.

  2. ArmuK sagt:

    Jeder der sich irgendwie staatliche Zuschüsse oder Förderungen sichern kann, sollte sich darum kümmern. Ich habe 2012 eine Frist verschlafen und könnte mich jetzt noch darüber ärgern.

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