Flucht in Sachanlagen

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Diejenigen unter uns, die sich ein bisschen mehr mit der Geldpolitik der EZB oder der Notenbank in den USA auseinander setzen, stellen sich immer öfters die Frage, wie lange das noch gut gehen wird. Experten rechnen mit immer höheren Inflationsraten in den nächsten Jahren, wovon die führenden Industrienationen nicht ausgenommen sind. Der Wert des Geldes steigt und fällt mit dem Vertrauen der Menschen die es als Zahlungsmittel nutzen. Längst zieht es wieder mehr Menschen zu „festen Gütern“, die auch bei einer Entwertung des Geldes Eigentum versprechen und ihren Wert behalten. Lesen Sie welche Auswirkungen die Euro-Krise nach sich zieht.

 

Wenn die Börse wackelt, zieht es die Anleger wieder vermehrt zu Sachanlagen. Doch auch wenn Sachwerte wie Immobilien, Kunst oder Gold auf den ersten Blick dauerhafte Sicherheit signalisieren, ist der richtige Geld-Ersatz nicht so einfach zu finden. Besonders kleinere Privatanleger sehnen sich nach realen und berührbaren Kapitalanlagen. Galten Staatsanleihen in der Vergangenheit als sicher, so ist verliehenes Geld an Deutschland mit rund 1,6 Prozent Zinsen ein Verlustgeschäft, sofern man die Inflation berücksichtigt. Andere Länder in der EU zahlen deutlich höhere Zinsen, bergen aber auch ein erheblich höheres Risiko.

 

Gold – Krisensicher und Inflationsgeschützt?

Gold zählt als sicher, da es nur begrenzt verfügbar ist. Investierten nach der Wirtschaftskrise alle in Gold, so erreichte der Goldpreis noch im Herbst 2012 einen Preis von 1.800 USD je Feinunze (31,10 Gramm). „Unbegrenztes Wachstum für die nächsten Jahrzehnte“, lautete noch vor einigen Monaten die unüberhörbare Kaufempfehlung. Mittlerweile sind die Erwartungen in Bezug auf Gold eher ernüchternd. Der Goldpreis fiel zuletzt auf 1.270 USD und büßte damit über 40 % in weniger als einem Jahr ein. Zwar gilt Gold immer noch als relativ inflationssicher, viele Experten raten aber momentan davon ab, jetzt zu investieren.

 

Immobilien – Kapitalanlage und Eigenheim

Als Vorbote einer eventuell bevorstehenden Inflation wird oftmals der starke Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland genannt. Einige Experten warnen bereits vor einem Einbruch der Immobilienpreise, besonders in Großstädten, innerhalb der nächsten 2-5 Jahre. Andererseits scheint es eher so, dass Deutschland bei den Immobilien alles nachholt, was in den letzten Jahren versäumt wurde. Dass dies zu einer Güterpreisinflation führt, sehen viele Experten als unwahrscheinlich an. Eine Immobilie zu marktnahen Preisen zu kaufen, ist meistens eine gute Entscheidung. So bietet das Haus zu Lebzeiten einen schönen Lebensraum, der keine Mietzahlungen erfordert. Wird ein Objekt als Kapitalanlage genutzt, ist in Städten mit hoher Nachfrage mit zuverlässigen Mieteinnahmen zu rechnen. Darüber hinaus lässt sich das Objekt später wieder gut verkaufen, vielleicht sogar mit Gewinn, oder bietet Sicherheit für nachfolgende Generationen. Allerdings ist eine Immobilie nicht immer eine greifbare Alternative. Dies ist der Fall wenn das Eigenkapital nicht ausreicht oder die Bank keinen Kredit gewährt.

 

Kunst – Vertrauen in fiktive Bewertungen?

Die Bewertung vieler Sachwerte ist nicht wirklich greifbar. Es handelt sich zwar um real existierende Anlageprodukte, es gibt aber keine Instrumente wie die Börse, an deren Marktpreis es sich orientieren lässt. Kunst ist mittlerweile ein großer Markt, der von Bänkern nur schlecht bewertet werden kann. Zu wage sind Einschätzungen über zukünftige Wertentwicklungen. Sitzt z.B. das Geld in einer Volkswirtschaft nicht locker, sinkt auch die Nachfrage nach dem Luxusgut Kunst sehr schnell. Um in die richtigen Gegenstände zu investieren, sollte unbedingt ein Kunstexperte aufgesucht werden.

 

Investierbarkeit bei vielen Sachwerten schwierig

Gold und Immobilien lassen sich relativ gut besitzen und verwalten. Andere wertstabile Sachwerte wie Öl, einen Teil einer Mautstraße oder Rohstoffe sind für viele Privatanleger gar nicht oder nur sehr schwierig zu erreichen. Investitionen in Mautstraßen sind für Privatpersonen nicht möglich und niemand möchte Öl oder seltene Erden in seinem Garten lagern.

Es ist bereits möglich indirekt Anteile an solchen Investments zu erwerben. Als Verpackung eignen sich hier z.B. Aktien. Wertpapiere gibt es z.B. von dem Ölkonzern BP oder der spanischen Autobahngesellschaft Abertis. Exchange Traded Commodities (ETC) sind eine weitere Möglichkeit um an Wertentwicklungen teil zu haben. Sie bilden die Kursentwicklungen von Rohstoffen ab. Hier ist es wichtig die Materie ein wenig zu verstehen oder den Handel über vertrauensvolle Experten abwickeln zu lassen.

 

Mehr Sicherheit durch Diversifikation

Um in Kunst oder Land zu investieren, eignen sich unternehmerische Beteiligungen. Da diese Produkte fast immer recht komplex sind, muss eine Investition sorgfältig geprüft werden.

 

Geld sicher anzulegen ist also auch in Zeiten von steigender Geldmenge und Inflationen keine Entscheidung zwischen Schwarz und Weiß. Die Informationssuche sollte auf keinen Fall zu kurz kommen. Darüber hinaus sollte auf mehrere Pferde gesetzt werden, denn eine Diversifizierung bietet deutlich mehr Sicherheit. Den schnellsten Weg zur Beteiligung bietet die argwöhnisch betrachtete Aktie. Sie kann Sachwerte relativ gut verbriefen, sofern das Unternehmen stark genug aufgestellt ist, um Preissteigerungen in Zeiten einer Inflation durchsetzen zu können. Hier eignen sich innovative Player mit Alleinstellungsmerkmalen und zukunftsfähigen Produkten, die sich nicht so schnell vom Markt verdrängen lassen.

Kategorien: Börse, Finanznachrichten

Bis jetzt ein Kommentar.


  1. talky sagt:

    Ja, sein Geld nicht nur in einen Wert zu investieren ist auf jeden Fall klug. Ich würde den Großteil meines Vermögens nicht in Bargeld oder Bankguthaben lassen. Auch wenn es z.B. nur um 20.000 Euro geht, sollte ein Teil vielleicht in Gold, Kunst oder andere Rohstoffe investiert werden. Vor Neuinvestitionen in Gold würde ich eher abraten.

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