© fotolia.com/ ArVis

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Es ist gar nicht so selten, dass beim Hauskauf der Bauch über den Kopf entscheidet. Auch wenn man noch eine Nacht oder zwei über die gesehene Immobilie schlafen muss, so fällt die Wahl sehr oft auf ein Haus, bei dem man ein „gutes Gefühl“ hat. Das ist normal und selten haben Hauseigentümer diese Entscheidung bereut. Doch wie sieht die richtige Mischung, zwischen Planung, Vernunft und Bauchgefühl aus?

Finanzielle Mittel für den Hauskauf

Die Suche nach dem geeigneten Haus wird automatisch durch die finanziellen Mittel eingegrenzt. Das „Budget“ sollte dennoch genau abgesteckt sein, denn für den Hauskauf wird nicht selten ein Darlehen aufgenommen. Diese Planung geht immer von realistischen Zahlen und Werten aus, geschönt werden darf hier nichts, denn auch in den nächsten 30 Jahren will das Darlehen monatlich getilgt werden. Besser ist es, ähnlich wie bei einem Bausparvertrag, schon ein kleines, finanzielles Polster angelegt zu haben, so dass sich eine Finanzierung aus Eigenkapital und Darlehen zusammensetzt.

 

Lage und Grundstück beim Hauskauf

Vor dem Hauskauf steht, unabhängig vom Bauchgefühl, die Klärung an, in welcher Stadt oder in welchem Gebiet man zukünftig wohnen möchte. Mitten in der City oder doch lieber etwas abgelegen in der Dorfidylle, das entscheidet sich in der Regel nach einigen Besichtungsterminen, denn beide Varianten haben ihren Reiz und ein tolles Haus, kann einen kleinen Ort zur ersten Wahl werden lassen. Was jedoch nicht vernachlässigt werden darf, sind die eigenen Ansprüche an Infrastruktur, Verkehrsanbindungen, Schulen, Kindergärten, Kultureinrichtungen, Behörden, etc. Ist ein besichtigtes Objekt interessant, dann sollten diese Fragen erst geklärt werden, bevor eine vorschnelle Entscheidung fällt. Auch Entfernungen zur Arbeitsstätte oder zu Einkaufszentren oder städtischen Einrichtungen beeinflussen den Hauskauf auf der Vernunftebene. Der eigene Garten am Haus ist eine persönliche Entscheidung, die auch spontan gefällt werden kann, wenn sich ein Objekt findet, das einem zusagt. Wer jedoch genaue Größenvorstellungen von einem Garten hat, z.B. große Wiesenflächen für die Kinder oder Platz für einen Teich oder Swimmingpool, der muss das bei der Suche bereits berücksichtigen.

Das Grundstück auf dem das Haus steht, sollte im besten Falle voll erschlossen sein, so dass später keine weiteren Kosten mehr für etwaige Anschlüsse anfallen. Auch Rechte Dritter an dem Grundstück, z.B. aus Erbstreitigkeiten, sollten nicht vorhanden sein.

 

Der Zustand des Hauses – prüfen und auf Nummer sicher gehen

Jedes Haus, gleich aus welchem Baujahr, kann seine großen oder kleinen Mängel aufweisen, es sei denn, es handelt sich um einen Neubau mit Erstbezug. Vor jedem Hauskauf sind unabhängig vom Bauchgefühl wichtige Fakten zu überprüfen, am besten durch einen Sachverständigen, der auch versteckte Mängel erkennt. Dazu gehören: Energieausweis und Energiewerte, Dämmung, Zustand der Fenster und Türen, Heizungsanlage, feuchte Wände, Schimmelbildung, Fugenbeschaffenheit in Bad und WC sowie anderen, gefliesten Bereichen, Dachkonstruktion, Gebälk, Kellerisolierung, Elektrik, Wasserrohre, Wasserleitungen. Die Aufzählung ist nicht abschließend. Erst wenn eine genaue Analyse und entsprechende Kostenvoranschläge vorliegen, kann eine Entscheidung für oder gegen das Haus gefällt werden.

Bis jetzt war alles noch sehr rational und sachlich. Wo bleibt denn dann das Bauchgefühl? Das ist einfach da. Man sieht ein Haus, die Räume sagen direkt zu, mit der halbfertigen Garage kann man leben, weil die frei schwebende Treppe aus Pinienholz in eine atemberaubende Galerie hinführt… So oder ähnlich passiert das in der Realität sehr oft. Wenn sich dann noch die Reparatur- oder Renovierungskosten im Rahmen des Budgets befinden und man die Arbeit gerne auf sich nimmt, dann steht dem Hauskauf nichts mehr im Wege.

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