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Ein Dispositionskredit ist erst einmal eine feine Sache. Wenn kurzfristig mehr Ausgaben anstehen als das Girokonto an Guthaben aufweist, lässt sich, sofern eingerichtet, das Konto überziehen. Damit können Verbindlichkeiten ohne Wartezeit oder Formalitäten direkt beglichen werden. Allerdings zahlen die Verbraucher dafür einen hohen Zinssatz, somit lohnt es sich, über eine Umschuldung nachzudenken.

 

Besonders bei den Großbanken: Teure Dispozinsen

Der Dispo ist wirklich praktisch bei kurzfristigen finanziellen Engpässen, aber als längerfristiger Kredit deutlich zu teuer. Vielleicht ist diesen Monat die Handyrechnung unerwartet hoch, es gab noch ein Kleid das unbedingt gekauft werden musste oder die jährliche Versicherungssumme war fällig. Schnell kann es passieren, dass das Konto um mehrere Hundert oder einige Tausend Euro überzogen ist und der Betrag durch die monatlichen Geldeingänge nur langsam getilgt werden kann. Für ein paar Tage oder Wochen ist der Dispositionskredit sicherlich sinnvoll, aber über einen längeren Zeitraum zahlen wir für die finanzielle Freiheit einen hohen Preis.

 

Aktuell verlangen viele Großbanken Zinssätze zwischen 12 und 15 Prozent oder mehr. Bei Direktbanken sind 6 bis 9 Prozent Zinsen üblich. Durchschnittlich zahlte der Kontoinhaber im letzten Quartal 2012 laut Stiftung Warentest 11,76 % jährlich an Zinsen. Bei einer Kontoüberziehung von 1.000 Euro entspricht dies 117,60 Euro im Jahr oder 9,80 Euro monatlich. Noch teurer sind die Überziehungszinsen, die von der Bank berechnet werden, sofern eine Überziehung des eingeräumten Dispobetrages geduldet wird. Diese liegen zwischen 15 und 20 Prozent und sind nach oben hin offen.

 

Bei größeren Dispo-Beträgen Kreditangebote einholen

Zeichnet sich ab, dass das Konto auch nach mehreren Monaten nicht ausgeglichen werden kann, lohnt sich bei Beträgen ab 1.000 Euro oftmals eine Umschuldung. Aktuelle Kreditangebote liegen, je nach Bank und Bonität, zwischen drei und sieben Prozent, teilweise sogar darunter. Hier lohnt es sich zu Umschuldungszwecken ein längerfristiges Kreditangebot bei der Hausbank einzuholen und mit anderen Banken, beispielsweise im Internet, zu vergleichen. Achten Sie dabei immer auf den Effektivzinssatz und eventuell anfallende Nebenkosten. Es sollte eine Tilgungsrate gewählt werden, die mit Sicherheit jeden Monat bezahlt werden kann, damit aus der Umschuldung keine neue Schuldenfalle wird.

 

Beispielrechnung: Das können Sie sparen

Aus einem Dispositionskredit über 3.000 Euro und einer gleichmäßigen Rückzahlung über 36 Monaten ergibt sich bei einem Zinssatz von zwölf Prozent folgendes Sparpotenzial:

 

Zinsen des Dispo Kredits:

249,05 Euro durchschnittlich im Jahr

747,14 Euro nach drei Jahren

 

Im Internet bietet eine Bank einen Kredit über diesen Betrag mit 36 Monaten Laufzeit zu einem Effektivzinssatz von vier Prozent an.

 

Zinsen des Kredits:

83,02 Euro durchschnittlich im Jahr

243,14 Euro nach drei Jahren

 

Somit stehen 747,14 Euro an Zinsaufwendungen aus dem Dispokredit nur noch 243,14 Euro gegenüber. Durch eine einfache Umschuldung konnten in unserem Beispiel 504 Euro Zinskosten gespart werden. Eine kurze Abwägung ob eine Umschuldung Sinn macht, ist also in jedem Falle ratsam.

 

Hinweis: Die Zinsbeträge wurden mit einem jährlichen Ratenintervall bei nachschüssiger Zahlung berechnet.

Kategorien: Zinsen

Bis jetzt 2 Kommentare.


  1. Niedriger Leitzins ohne Auswirkungen auf Dispozinsen…

    Die Zinsen für Dispokredite bleiben nahezu unvermindert hoch. Der Leitzins für den Euroraum, der mittlerweile auf nur noch 0,50 Prozent steht, und Anfang Juni sogar auf nur noch 0,25 Prozent gesenkt werden könnte, hat zur Folge, dass die Zinsen für Spa…

  2. nurmo sagt:

    Ein Dispokredit ist eben wirklich nur sinnvoll, falls man mal kurzfristig ein paar hundert Euro benötigt. Aber länger sollte man nicht mit hohen Beträgen im Minus sein. Kurzes nachfragen bei der Bank kostet ja nichts.

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