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Zukünftig können die Kosten, die bei einem Umzug anfallen, vollständig oder zumindest teilweise in Form von Werbungskosten in der Steuererklärung steuersenkend berücksichtigt werden. Entweder führt man die Kosten als Pauschale (Umzugskostenpauschale), auch ist eine Auflistung der Einzelnachweise möglich. Die Gründe für die Berücksichtigung der Umzugskosten sind verschieden. Dabei ist eine steuerliche Geltendmachung  – zumindest eines Teils der Kosten –  für einen Umzug innerhalb der Stadt genauso denkbar wie bei einem Umzug in eine andere Stadt.

Für das Finanzamt ist der Grund für einen Umzug von großer Wichtigkeit. Daher ist zunächst der Anlass für den Umzug zu bestimmen. Hier unterscheidet man zwischen einem Umzug bei beruflicher Veranlassung (Werbungskosten) und einem Umzug aus privaten Gründen (haushaltsnahe Dienstleistungen). Außerdem existiert ein dritter Fall, bei dem die Umzugskosten als eine außergewöhnliche Belastung gelten.

 

Umzug bei beruflicher Veranlassung (Werbungskosten)

 

Gibt es eine berufliche Veranlassung, kann der Arbeitnehmer die Umzugskosten als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Zu den absetzbaren Aufwendungen gehören neben den reinen Umzugskosten (Transportkosten und Reisekosten) auch weitere mit der Beschaffung der  neuen Wohnung zusammenhängende Kosten. Der Umfang reicht bis zu eventuell anfallenden Maklerkosten oder einer Umzugspauschale für sonstige Umzugskosten. Bei der Berücksichtigung der abziehbaren Kosten greift das Bundesumzugskostengesetz, welches bestimmt, welche Kosten vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt oder als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Rechtlich gesehen liegt ein beruflicher Grund bereits vor, wenn sich die Fahrzeit zum Arbeitsort (hin und zurück) durch einen Umzug um mindestens eine Stunde verringert. Oder aber der Umzug liegt überwiegend im Interesse des Arbeitgebers. Ebenfalls liegt eine berufliche Veranlassung vor, wenn der Beruf das Beziehen oder das Aufgeben einer Zweitwohnung erfordert.

 

Umzug aus privaten Gründen

 

Handelt es sich um einen Umzug, der aus privaten Gründen stattfindet, sind die mit dem Umzug verbundenen Kosten nicht als Werbungskosten absetzbar. Die Vorschrift für Haushaltsnahe Dienstleistungen verweist aber in dem Fall auf Steuerermäßigungen. Anders  als bei den Werbungskosten, wird hier die Steuerschuld, und nicht die Bemessungsgrundlage gemindert, d.h. es gibt hier eine 100%ige Minderung der Steuerschuld. Unter den Voraussetzungen des §35a EStG können auch eventuelle Renovierungskosten als Handwerkerkosten von der Steuerschuld abgezogen werden.

 

Umzugskosten als außergewöhnliche Belastung

 

Spielen für den Wohnungswechsel gesundheitliche Gründe eine Rolle, so können die Kosten möglicherweise als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden, vorausgesetzt sie übersteigen die zumutbare Eigenbelastung. Auch einem Umzug wegen Hochwasser oder anderer Naturkatastrophen liegt ein außergewöhnlicher Zustand zugrunde.

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