Vorsichtig Fahren - sonst drohen Punkte in Flensburg

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Wer ein Konto in Flensburg hat, freut sich meist nicht über sein Bankguthaben, sondern hat durch den Verstoß gegen die StVO Punkte im Verkehrszentralregister (ugs. Verkehrssünderkartei) gesammelt. Bisher war der Führerschein bei 18 Punkten endgültig weg. Vergangene Woche hat der Bundestag eine neue Reform beschlossen. Das System soll nach Verkehrsminister Ramsauer einfacher und nachvollziehbarer werden.

 

Das neue Punkte System in Flensburg

Sofern der Bundesrat zustimmt, könnte das Gesetzt bereits 2014 in Kraft treten. Dann muss der Führerschein schon nach 8 Punkten abgegeben werden. Allerdings verringern sich auch die Strafpunkte, die für die verschiedenen Delikte anfallen.

– Nur noch einen Punkt gibt es für „schwere Verstöße“, z.B. bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h innerorts. Bisher gibt es einen bis vier Punkte.

– Bei „besonders schweren Verstößen“ wie z.B. bei Rot über die Ampel fahren, gibt es zwei Punkte. Aktuell gibt es hier drei bis vier Punkte.

– Straftaten werden mit drei Punkten geahndet. Zurzeit gibt es u.a. bei Unfallflucht fünf bis sieben Punkte.

Nach den neuen Regelungen verjährt jeder Eintrag für sich. Bei der Kategorie 1 (1 Punkt) ist die Ordnungswidrigkeit nach zweieinhalb Jahren verjährt  Bei Einträgen mit 2 Punkten verfallen die Strafpunkte erst nach 5 Jahren. Bisher wurden Punkte aus Ordnungswidrigkeiten immer nach zwei Jahren gelöscht. Straftaten stehen künftig immer für zehn Jahre im Register.

 

Dass sich Laufzeiten der Punkte automatisch um zwei Jahre verlängern, wenn innerhalb der Frist ein neues Vergehen hinzukommt, soll es in Zukunft nicht mehr geben.

 

Höhere Bußgelder anstelle von Punkten

Viele Ordnungswidrigkeiten, die für die Verkehrssicherheit belanglos sind, werden in Zukunft nicht mehr mit Punkten bestraft. Dafür steigen Buß- und Verwarngelder deutlich an. Dazu gehören z.B. das Fahren in einer Umweltzone ohne Plakette, ein Verstoß gegen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot oder Fahren ohne Kennzeichen.

 

Viele Verkehrsgefährdungen werden nach der neuen Reform mit höheren Bußgeldern geahndet. So wird Telefonieren am Steuer in Zukunft 70 anstatt 40 Euro kosten. Ein neues Fahreignungsseminar wird das bisherige Aufbauseminar ersetzen. Ziel sei es hier, die Strafe nicht einfach nur „abzusitzen“, sondern tatsächlich Erkenntnisse zu gewinnen, die zu einem rücksichtsvollerem Fahrverhalten führen.

 

Punktestände und ihre Folgen

Künftig wird es, ähnlich wie beim aktuellen Punktesystem, verschiedene Maßnahmen geben, um den Verkehrssündern ihr falsches Verhalten deutlich zu machen

1-3 Punkte: Vormerkung ohne weitere Maßnahmen
4-5 Punkte: Ermahnung mit Hinweis auf den aktuellen Punktestand
6-7 Punkte: Verwarnung und Teilnahme am Fahreignungsseminar
8 Punkte:   Der Führerschein wird entzogen

Sehr gefährliche Straftaten, wie Trunkenheit am Steuer, werden nach wie vor mit sofortigem Führerschein-Entzug bestraft.

Kategorien: Auto

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