Verlauf eines Börsenkurses

© Fotolia.com/ Gina Sanders

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, träumen die meisten von uns davon reich zu sein. Das ganze am besten ohne etwas dafür tun zu müssen – quasi über Nacht zum Millionär. Nicht nur das Internet ist voll von vermeintlichen schnell-reich-werden Systemen, auch immer mehr Börsenbriefe locken mit reißerischen Versprechen, die den Anleger in ihren Bann ziehen. Woran Sie seriöse Börsenbriefe erkennen und vor welchen Abo-Fallen Sie sich besser schützen sollten.

 

Jeder möchte zum Börsenexperten werden

Mit „25 % Dividende durch 5-Sterne-Aktie“ und „Durch Expertentipps zum Börsenmillionär“ locken viele Börsenbriefe neue Leser. Die Stimmung an der Börse ist gut, vergangene Woche knackte der DAX die Rekordmarke von 8151,57 Punkten. Das Thema wird auch in den Massenmedien gerne aufgegriffen und lässt eine Euphorie für die zukünftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft aufkommen. Heute, am 15.05.2013 erreichte der Kurs das Allzeithoch von 8.368 Punkten.

 

Börsenbriefe nutzen die derzeit positive Stimmung um durch Werbeanzeigen neue Newsletter-Abonnementen zu gewinnen. Einfach E-Mail Adresse eintragen und durch Expertenwissen selber zum Profi-Trader werden, lautet die Botschaft.Nach aktuellen Schätzungen gibt es in Deutschland rund 1.000 Börsenbriefe, die ihre Leser per E-Mail und Post erreichen. Viele Angebote sind gratis, einige davon dauerhaft, andere gehen in ein kostenpflichtiges Abo über. Zwischen 100 und 200 kostet ein Informationsblatt durchschnittlich im Jahr.

 

Viele Börsenbriefe haben einen Nutzwert für ihre Kunden, den sich die Herausgeber aber auch bezahlen lassen. Kein Experte kann eine „Gewinngarantie“ geben und jeder Anleger sollte sich bewusst sein, dass hohe Gewinnchancen immer mit einem hohen Risiko verbunden sind.

Marktmanipulation durch falsche Kaufempfehlungen

Einige dubiose Newsletter verfolgen immer wieder die Strategie durch falsche Kaufempfehlungen und erlogene Analysen der Märkte die Nachfrage nach einzelnen Aktien künstlich zu pushen. Oft suchen sich die Betrüger junge Unternehmen aus, die gerade erst an die Börse gegangen sind. Es kommt hin und wieder vor, dass sich Aktiengesellschaften gründen, die nur das Ziel haben die Anleger um ihr Geld zu bringen.

 

Damit der Kurs einer manipulierten Aktie deutlich steigt, darf das Aktienvolumen nicht zu groß sein. Um möglichst viele Aktienhändler zu erreichen, werden die Kaufempfehlungen neben den Börsenbriefen in Telefonkampagnen, Internetforen, Faxen, E-Mails und auf  Börseninformationsseiten gestreut. Durch die große Reichweite investieren genug Personen in die Aktie. Die Manipulatoren halten ebenfalls große Anteile an der Aktie und profitieren vom Kursanstieg. Nachdem die Kampagne der Falschmeldungen eingestellt wird, verkaufen die Betrüger die Aktie sofort. Dies führt zu einem massiven Kurseinbruch, woraufhin sich weitere Anleger zurück ziehen und fast alle Anleger ihr Geld verlieren.

 

Diese Methode wird auch als „Scalping“ bezeichnet. Die Anzahl der Marktmanipulationen nimmt zu, 250 Untersuchungen lagen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) im Jahr 2012 vor.

Kategorien: Börse, Finanznachrichten

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