Koffer mit Geld

© istockphoto.com/ Dana Bartekoske

Bis vor kurzem war es Betrügern noch einfacher durch Manipulationen Geld zu verdienen. Auf den First Quotation Boards, dem bis vor kurzem offenen Freiverkehr an der Frankfurter Börse, wurden verstärkt Aktien gehandelt die von Kursmanipulateuren ins Leben gerufen wurden oder zumindest von diesen beeinflusst wurden. Vergangenes Jahr hat die Deutsche Börse dem Freihandelsverkehr ein Ende gesetzt und den Handelsplatz geschlossen. Zwar ist der florierende Manipulationshandel damit vorerst eingedämmt, aber die Betrüger suchen sich, wie schon früher, andere Handelsplätze.

 

Verurteilung von Herausgebern erfolgreich

Die Finanzaufsicht hält die Warnung vor Aktien-Spam und unerwünschten Anrufen am Telefon (Cold Calling) aufrecht. Bei den Ermittlungen gelingen immer wieder Erfolge, die auch in den Massenmedien vor einer breiten Öffentlichkeit gefeiert werden. Herausgeber von Börsenbriefen wie Sascha Opel (Börsenbrief Rohstoffrakete) oder Tobias Bosler (Der Börsendienst) zählen zu den Verurteilen.

 

Viele der Beschuldigten und Zeugen gaben zu, Aktien anfangs mit vielen Partnern aus ihren Netzwerken, gekauft zu haben um anschließend durch aggressive Kaufempfehlungen ,auf allen erdenklichen Kanälen, den Kurs massiv in die Höhe zu treiben. Wenn das Gewinnpotenzial für die Betrüger realisiert war, wurden alle Aktien ausnahmslos abgestoßen. Anleger, die auf den Aktientipp eines unseriösen Börsenbriefes vertraut hatten, konnten nicht rechtzeitig reagieren und hatten das Nachsehen. Für ihr Geld hielten Sie jetzt nur noch wertlose Aktien in der Hand.

 

Vorsicht bei exotischen Aktien

Besonders bei Kaufempfehlungen von exotischen Aktien, sollten Anleger misstrauisch sein. Da ausgefallene Aktien meistens wenig Handelsbewegungen aufweisen und oft im Cent Bereich gehandelt werden, wirkt sich eine erhöhe Nachfrage stark auf den Kurs auf. Bei Nebenwerten und Exoten sollten unerfahrene Anleger generell vorsichtig sein.

 

Es gibt viele seriöse Börsenbriefe und deren Anlagetipps sind im Grundsatz nichts Schlechtes oder gar verboten. Aber jeder Anleger sollte sich immer klar machen, dass es sich auch bei seriösen Angeboten nur um persönliche Einschätzungen der Autoren handelt. Der Herausgeber kann den Kursverlauf auch nur Anhand von Informationen Dritter einschätzen. Diese Prognosen können eintreffen oder auch völlig daneben liegen.

 

So schützen Sie sich vor dubiosen Anlageempfehlungen

– Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gibt auf ihrer Internetseite regelmäßig Meldungen heraus, die vor aktuellen manipulativen Kaufempfehlungen warnen.

– In einer Broschüre hat die BaFin Tipps zusammen gestellt, wie man seriöse Geldanlagen erkennt und Fallen frühzeitig umgeht.

– Wenn der Anlagentipp durch einen unerwünschten Anruf oder eine E-Mail kam, sollte der Information grundsätzlich misstraut werden.

– Werden besonders hohe Renditen versprochen, die weit über marktübliche Gewinnerwartungen hinausgehen, ist dies ein Hinweis auf versuchte Kursmanipulation. Hohe Gewinnchancen gehen immer mit hohem Verlustrisiko einher.

– Verstehen Sie das Produkt, das Sie vorhaben zu kaufen? Wenn nicht sollten Sie die Finger davon lassen. Als Einsteiger können Sie das Risiko bei komplizierten Produkten nicht überschauen.

– Geldüberweisungen ins Ausland sind zu vermeiden, im Falle eines Betrugs ist dieses Geld auf dem Rechtsweg schwierig zurück zu bekommen.

– Prüfen Sie das Impressum der Börsenbriefe. Zusätzlich sollten Sie sich informieren, ob es das Unternehmen tatsächlich existiert. Informieren Sie sich in Foren und seriösen Quellen, ob der Börsenbrief empfohlen wird.

– Bevor ein Börsenbrief im Abo bezogen wird, sollten Leseproben angefordert werden oder Einzelausgaben gekauft werden.

 

Es ist in jedem Falle ratsam den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen und bei euphorischen Gewinnvorhersagen misstrauisch zu sein.

Kategorien: Börse, Finanznachrichten

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